Samstag, 15. Juli 2017

[Rezension] „Die 11 Gezeichneten - Das erste Buch der Sterne“ von Rose Snow

„Die 11 Gezeichneten – Das erste Buch der Sterne“ von Rose Snow
Copyright: Rose Snow
Kurz bevor Stella und ihr Zwillingsbruder Cas ihr Studium an einer renommierten Universität beginnen, machen ihre Eltern plötzlich auf geheimnisvoll und möchten, dass die beiden eine ominöse Uni kennenlernen, von denen sie noch nie zuvor etwas gehört haben. Das abgelegene luxuriöse Gelände macht jedoch ziemlichen Eindruck auf Stella und Cas. Wie sich herausstellt, handelt es sich um eine Schule für magisch begabte junge Menschen. Die Zwillinge sind hin- und hergerissen. Sollen sie bleiben und herausfinden, ob ihre Eltern ihnen paranormale Fähigkeiten vererbt haben? Stella hat Zweifel, die nicht gerade kleiner werden, als der bildschöne, aber arrogante Cedric und seine fiese Freundin Melissa auf der Bildfläche erscheinen.

Irgendwelche Zweifel, was euch in „Die 11 Gezeichneten - Das erste Buch der Sterne“ von Rose Snow erwartet? Natürlich handelt es sich um Teen-Fantasy mit den üblichen Zutaten - abgeschlossene Schule, paranormale Fähigkeiten, Zickereien und Romanzen. Genau das dürfte für die meisten ja auch ausschlaggebend für den Griff zu der Geschichte sein. Fans des Genres können hier einfach nicht ganz falsch liegen. Mir selbst waren die Autorinnen Carmen Schmit und Ulli Mayrhofer, die sich hinter dem Pseudonym verbergen, bisher nur durch ihre nicht-phantastischen Mädchenbücher bekannt, die die beiden als Anna Pfeffer herausbringen. Und ich war gespannt, ob mich ihre Romantasy-Werke ebenso begeistern können.


Tatsächlich konnte mich „Die 11 Gezeichneten“ gut unterhalten, aber nicht in Freudentaumel versetzen. Dafür gab es für einen alten Fantasy-Hasen wie mich dann doch zu wenige Überraschungen und zuviel Teenalltag, dem ich vielleicht so langsam entwachse. Einzigartig fand ich jedoch die Grundidee, die mir in dieser Form nicht bekannt ist. Es geht um eine besondere Beziehung zu den Sternen. Eine wundervolle Vorstellung, zauberhaft. Leider bleibt einiges noch etwas unklar, vieles wird nur angedeutet. Ich hätte mir gewünscht, diese tolle Materie soviel lebendiger, deutlicher und näher erleben zu dürfen. Hier ist das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft. 

Das Buch lässt sich aber super lesen, der Schreibstil ist völlig unkompliziert. Salopp-jugendlich, stellenweise humorvoll - genau so, wie ich es von den Autorinnen gewohnt bin. Es dauert aber, bis die Handlung volle Fahrt aufnimmt.  Zwar werden geschickt Konflikte und Spannungen eingebaut, doch die Hintergründe bleiben - wie gesagt - lange undurchsichtig. Bei etwa 30 Prozent meines E-Readers habe ich begonnen, zunehmend ungeduldig auf Antworten zu lauern. Ab der Hälfte zieht das Tempo dann deutlich an und zum Ende hin wird es immer spannender.

Was mich weniger berauschte, war die typische Überzeichnung mancher Protagonisten. Stichwort: Cedric und Melissa, das übel gelaunte Hochglanzpärchen. Die beiden bringen ordentlich Zoff in die Handlung. Aber mir kamen sie zu künstlich vor, zu sehr auf bestimmte Verhaltensmuster und äußere Merkmale reduziert. Vielleicht sind mir im Laufe der Jahre auch einfach schon zuviele Cedrics und Melissas in Jugendbüchern begegnet. Cedric und Melissa sind - wie könnte es anders sein - unfassbar schön und talentiert, gehen ansonsten aber hoch wie schlecht verschraubte Schnellkochtöpfe und benehmen sich dermaßen distanzlos, dass ich ständig dachte: Mann, was habt ihr eigentlich für ein Problem? Kommt doch mal klar! Ich bin gespannt, ob es an den beiden mehr Facetten zu entdecken gibt, würde es mir auf jeden Fall wünschen.
Aufgrund der Zuspitzung fehlte mir nämlich der Bezug zum romantischen Teil der Geschichte, in dem Cedric eine klare Rolle spielt. Und leider auch zu Ich-Erzählerin Stella. Insgesamt eine sympathische Figur, aber Cedrics' übergriffigen Art darf sie für meinen Geschmack gerne mehr die Stirn bieten. Stella wirkte auf mich noch zu unbeständig und konnte mich nicht ganz abholen. In dieser Hinsicht ist das angedeutete Lovetriangle wenig hilfreich. Aber abwarten, vielleicht entwickelt sich vieles anders als gedacht.

Unterm Strich glänzen Rose Snow in ihrem Trilogieauftakt buchstäblich mit einer zauberhaften Idee. Keine Frage: die Reihe punktet mit Themen wie "Parties", "schöne Kleider" und "Jungs" vor allem bei der weiblichen und vermutlich eher jüngeren Leserschaft. Zwar nehmen sich die Autorinnen viel Zeit Geheimnisse aufzuwerfen, aber zum Ende hin wird es immer spannender und wer bis dahin nicht abgeschreckt von einigen Klischees und dem Ausmaß an magischen Fähigkeiten ist, wird sofort weiterlesen wollen. Für Neulinge in dem Genre ein schöner Einstieg, für Fans der Autorinnen ein Muss. Kennern bietet das Buch kurzweilige Unterhaltung, aber wenig Neues. Trotz einiger Kritikpunkte konnte mich der ungewöhnliche "Glitzerkram" aber neugierig auf die Fortsetzungen machen. Band 2 ist schon erhältlich, Band 3 erscheint in diesem Sommer.


WERBUNG
Folgende Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung


Die 11 Gezeichneten: Das erste Buch der Sterne (Die Bücher der Sterne) von Rose Snow
Format: Kindle Edition
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 339 Seiten
Verlag: Independently published

Erscheinungsdatum: 19. Juni 2017
ISBN-13: 978-1521539620



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen