Samstag, 16. Dezember 2017

[Rezension] "TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?" von Megan Miranda

"TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?" von Megan Miranda
Copyright: Penguin Verlag
In „TICK TACK - Wie lange kannst du lügen“ probiert Megan Miranda etwas Neues und lässt die Zeit rückwärts laufen. Nach einer kurzen Einführung, beginnt sie bei Tag 15 und wandert von dort zurück bis zu Tag 1, an dem die 28-jährige Nicolette in ihrer Heimatstadt Cooley Ridge ankommt. Vor zehn Jahren ist hier die kapriziöse Corinne verschwunden. Deren Clique - Nic, Tyler, Daniel, Jackson und Bailey - hat nie herausgefunden, was wirklich geschehen ist. Nun kehrt Nic zurück, um das Haus ihres demenzkranken Vaters zu verkaufen. Kaum ist sie in der Stadt, verschwindet wieder ein Mädchen und die Erinnerungen an damals kämpfen sich zurück in die Gegenwart.

Kann man eine Geschichte rückwärts erzählen? Das hat mich interessiert und ja, das geht tatsächlich, liest sich allerdings nicht so innovativ wie vermutet. Megan Miranda folgt in vielen Dingen einem normalen Thrillerkonzept. Heißt: Sie füttert den Leser häppchenweise mit Informationen und kommt erst ganz am Ende zu den Hintergründen. Das wirkt fast schon chronologisch-linear. Nur Kleinigkeiten geben das Gefühl, dass man die Geschichte von hinten aufrollt. Für einen Ausnahmethriller wären deutlich mehr AHA-Erlebnisse für den Leser notwendig gewesen.

Donnerstag, 14. Dezember 2017

[Rezension] "Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat" von Dr. Seuss

"Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat" von Dr. Seuss
Copyright: Rogner und Bernhard
Ich bin ein megariesengroßer Weihnachtsfan! Man muss mich gewaltsam daran hindern, überall im Haus bunte, blinkende Lichterketten aufzuhängen. Singende Plastik-Weihnachtsbäume versetzen mich in einen peinlichen Tanzrausch und wenn Tiny Tim in der Muppets-Weihnachtsgeschichte sein Leben aushaucht, steht hier jedes Jahr eine Großpackung Taschentücher parat. Einer ganz speziellen Weihnachtserzählung gehört mein Herz, seit sie in den 80ern erstmals als Trickversion über den Bildschirm flimmerte - die Geschichte vom Grinch, ein grünpelziger Kerl, der Weihnachten über alles hasst. Und nein, ich meine nicht die furchtbar aufgemotzte Verfilmung mit Jim Carrey, sondern den etwa 20minütigen Zeichentrickfilm von 1966, der fast 1:1 auf dem Buch von Dr. Seuss basiert, das in Amerika zu den Klassikern der Kinderliteratur zählt, hier aber erst viel später bekannt wurde.

Dienstag, 12. Dezember 2017

[Rezension] "Hinter der blauen Tür" von Marcin Szczygielski

"Hinter der blauen Tür" von Marcin Szczygielski
Copyright: Sauerländer Audio
Jetzt, wo es draußen richtig fies, nass und kalt ist, machen wir es uns nachmittags oft zuhause mit einem Hörbuch gemütlich. „Hinter der blauen Tür“ passte da perfekt - die Geschichte ist für Kinder und Erwachsene spannend und wird von Peter Shaw alias Jens Wawrczeck fantastisch gelesen. Wir hatten das Buch aufgrund des Covers allerdings völlig falsch eingeschätzt und mit einem verträumten Abenteuer gerechnet. Wie man sich irren kann! 
Es beginnt direkt mit einem Schock, bei dem uns kurz die Luft wegblieb. Im einen Moment begleitet man Lukasz und seine Mutter noch auf einer Autofahrt in den Urlaub, im nächsten Moment … rast der Wagen gegen einen Baum. Schwer verletzt kommen beide ins Krankenhaus und Lukasz' Leben ändert sich auf einen Schlag. Sein Bein macht Probleme. Die Mama liegt im Koma. Dann taucht eine Frau auf, die behauptet die Schwester seiner Mutter zu sein und die Lukasz mit ins "Hohe Kliff" nimmt, eine einsame Pension auf dem Lande, in der Lukasz eines Tages eine Tür zu einer anderen Welt entdeckt - die Silberwelt.

Samstag, 9. Dezember 2017

[Rezension] "Der Geisterbaum" von Dirk Walbrecker und Doris Eisenburger

Einen wunderschönen Winter wünschen wir euch allen, mit Schneeflocken im Wind, glitzernden Lichterketten und heißen Getränken. Heute möchte ich auf eine Reise in die Vergangenheit mitnehmen – in meine Kindheit. Von den vielen, vielen Gruselbüchern, die meine Bibliothek bewohnen, gibt es eines, das mir besonders am Herzen liegt, eines, mit dem ich aufgewachsen bin. Als ich noch zu klein zum Selberlesen war, hat meine Mama mir vorgelesen und ich habe auf den Bildern den kleinen Waldgeist gesucht, der fast auf jeder Seite zu finden ist.

Donnerstag, 7. Dezember 2017

[Rezension] "Ritter Rost und das Gespenst" von Jörg Hilbert und Felix Janosa

 "Ritter Rost und das Gespenst" von Jörg Hilbert und Felix Janosa, Bilderbuch
Copyright: Carlsen
Bei der Vielzahl an Kinderbüchern, die den Buchmarkt überschwemmen, ist es für mich manchmal sehr schwierig, ideenreiche Geschichten für meinen Sohn zu finden, die ihn auch wirklich interessieren. Hinzukommt, dass sich seine Interessen stetig ändern. Im Moment hat er eine Ritter-Phase und alles, was dieses Thema betrifft, ist für ihn furchtbar spannend, wie Ritterburgen, Ritterhelme und Geschichten über Ritter. Scheinbar ist mein Sohn mit seiner Vorliebe nicht allein, weil es zahlreiche Bücher über die Helden in Rüstungen gibt. Einen ganz besonderen Ritter durften wir erst kürzlich kennenlernen: Ritter Rost. Das Besondere an diesem rostigen Helden ist, dass er eigentlich keiner ist. Er hält sich zwar für den schönsten, klügsten und stärksten Ritter, aber wenn es wirklich gefährlich wird, schickt er lieber jemand anderen vor und versteckt sich. Und trotzdem sind die Geschichten rund um Ritter Rost einzigartig und eine willkommene Abwechslung zu den typischen Büchern für Kinder, weil es sich nicht nur um eine illustrierte Geschichte zum Lesen handelt. Vielmehr lässt es sich als ein Musical für Kinder beschreiben, welches man hören, singen und auch lesen kann.