Montag, 27. März 2017

[Rezension] "Die Cavaliersreise" von Mackenzie Lee

Bildquelle: Carlsen/Königskinder
 „Die Cavaliersreise“ von Mackenzie Lee ist in diesem Frühjahr der Spitzentitel des Königskinder Verlags, ein Imprint von Carlsen, der leider immer noch vielen unbekannt ist. Bücher, die der Verlag herausbringt, lohnen - soweit ich das bisher beurteilen kann – fast alle einen zweiten Blick, lassen sich aber nur schwer in eine Schublade stecken. Sie entziehen sich dem Mainstream, überzeugen stattdessen mit ungewöhnlichen bis unbequemen Themen und beweisen zugleich, dass unbequem nicht automatisch dröge bedeutet, sondern fast jedes Thema mitreißend erzählt werden kann.

So auch „Die Cavaliersreise“, ein Buch für Jugendliche und eigentlich jedes Alter, das für mich das Zeug zum Kult hat und auf geniale Weise verschiedene Genre und Thematiken vereinigt. Coming-of-Age, Homosexualität, Historie, Abenteuer, Mystik, Rassismus, Liebe, Emanzipation und vor allem - sehr viel Humor. Im Mittelpunkt stehen Grafensohn Henry Montague (kurz Monty) und sein bester Freund, der dunkelhäutige Percy, die gemeinsam auf besagte Cavaliersreise gehen, jene Art von Bildungsreise, die Söhnen der Oberschicht in früheren Jahrhunderten zuteil wurde, um sie auf ihr väterliches Erbe vorzubereiten und ihnen noch einmal die Gelegenheit zu geben, sich die Hörner abzustoßen. Im Falle von Monty hofft das Elternhaus hingegen mehr auf Einsicht und ein wenig Ruhe, denn der junge Mann hat eine Schwäche für Männer und Alkohol und tanzt nur selten in der Reihe. Von Beginn der Reise an stehen sie Sterne für gesittete Tage schlecht, denn Monty ist einfach unverbesserlich und noch dazu unsterblich in seinen besten Freund Percy verliebt…

Sonntag, 26. März 2017

[Rezension] "Saint Lupin’s Academy. Zutritt nur für echte Abenteurer!" von Wade Albert White

"Saint Lupin's Academy. Zutritt nur für echte Abenteurer!" von Wade Albert White
Bildquelle: Planet!
Heute wird’s skurril. Was habe ich da eigentlich gelesen? Ein gedrucktes Computerspiel? Ein Rollenspiel? Douglas Adams für Kleine? Ritter Rost für Große? In der letzten Woche war ich zu Gast in der „Saint Lupin’s Academy. Zutritt nur für echte Abenteurer“ – ein ganz schön verrücktes Buch. Absurd, rasant und sehr sehr witzig.

Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Statt eines runden Planeten existieren verschiedene Ebenen, von denen man herunterfallen oder auf die man hinauf katapultiert werden kann. Auf einer dieser Ebenen befindet sich das triste Waisenhaus Saint Lupins, das von einer hartherzigen Oberin geleitet wird, die Kinder in Bergwerken schuften lässt. Für die 13jährige Anne Anvil und ihre Freundin Penelope ergibt sich unerwartet die Chance von diesem Ort zu entkommen, als sie von der Direktorin einer Abenteuerakademie angeworben werden und sich bald darauf gemeinsam mit dem Jungen Hiro auf ihre erste Mission begeben. Eine Prophezeiung soll erfüllt werden. Und Anne hat die Hoffnung, hierbei auch etwas über ihre eigene, unbekannte Vergangenheit zu erfahren.

Freitag, 24. März 2017

[Rezension] "Mein schönes falsches Leben" von Hilary Freeman

"Mein schönes falsches Leben" von Hilary Freeman, Jugendbuch
Bildquelle: Loewe
Die 17jährige Ella wacht eines Morgens auf und alles ist fremd. Ihr Zimmer ist anders möbliert, sie hat keinen Kurzhaarschnitt mehr, sondern lange Haare, ihre Mutter sieht verändert aus und anscheinend hat Ella auch einen völlig neuen Freundeskreis, während ihre alten Freunde sie nicht mehr zu kennen scheinen. Es ist, als hätte jemand Ellas Leben gegen das einer anderen Ella getauscht.

So beginnt Hilary Freemans „Mein schönes falsches Leben“, ein Buch, das ich an zwei Nachmittagen sehr gerne durchgeschmökert habe. Der Einstieg fällt auch wirklich nicht schwer. Der Schreibstil ist leicht und fließend und die Autorin baut gleich auf den ersten Seiten eine unterschwellige, leise Spannung auf, die sich durch das ganze Buch zieht.

Mittwoch, 22. März 2017

[Rezension] "Mein großes Buch der Tiergeräusche"

„Mama, wie macht ein Hase?“ Fragen wie diese stellt mein Sohn mir täglich und ich antworte meist instinktiv. Als ich vor Kurzem mit einer Arbeitskollegin – die stolze Kaninchenbesitzerin ist - über diese Fragen sprach, kam ich etwas ins Grübeln. Meine Kollegin wollte gerne wissen, was ich meinem Sohn dann antworte. Natürlich „Muck, muck“ ist doch klar … Oder eben auch nicht. Denn meist habe ich überhaupt keine Ahnung, welche Laute bestimmte Tiere von sich geben. Aus diesem Grund habe ich mich nach einem Sachbuch für Kleinkinder umgesehen, die nicht nur Bilder von verschiedenen Tieren enthalten, sondern auch die passenden Tierstimmen wiedergeben. Fündig wurde ich bei arsEdition, die ein Atlas ähnliches Soundbuch für Kleinkinder veröffentlicht haben: „Mein großes Buch der Tiergeräusche“.

„Mein großes Buch der Tiergeräusche“ ist ein Sachbuch für kleine Entdecker ab 2 Jahren, das es in sich hat. Es beherbergt 50 verschiedene Tiere, die auf Knopfdruck lebendig werden.
Jede Doppelseite handelt eine andere Thematik ab und so erforschen die kleinen Leser typische einheimische Tiere, Haustiere und Tiere, die auf einem Bauerhof, im Meer oder im Wald leben. Eine Thematik fand ich jedoch nicht ganz so gelungen: Tiere, die im Zoo leben. Obgleich diese Tiere hier bei uns im Zoo leben müssen, hätte ich mir eine andere Überschrift gewünscht. Aber das ist einfach Geschmacksache, denn nicht jeder Mensch sieht einen Zoobesuch so kritisch, wie ich.

Montag, 20. März 2017

[Rezension] "Flo oder der Tag, an dem die Maus verrutschte" von Anna Pfeffer

 "Flo oder der Tag, an dem die Maus verrutschte" von Anna Pfeffer, Jugendbuch
Bildquelle: cbj
Flo oder der Tag, an dem die Maus verrutschte“ von Anna Pfeffer zog blind bei mir ein, ohne dass ich die geringste Ahnung gehabt hätte, wovon das Buch überhaupt handelt. Vermutlich hätte ich es auch gelesen, wenn es sich um ein Telefonbuch oder die Bauanleitung für ein Küchenregal gehandelt hätte. Denn das Autorinnenduo Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmidt, die hinter dem Pseudonym stehen, haben bei mir im vergangenen Jahr mit ihrer schwarzhumorigen Teenagerromanze „Für dich soll’s tausend Tode regnen“ jede Menge Lachflashs ausgelöst, so dass ich mir absolut sicher war, hier keinen Fehlgriff zu tätigen.

Die Frage ist nun aber: Schaffen Anna Pfeffer so eine Glanznummer ein zweites Mal? Kann ihr neues Buch mithalten? Ich sage mal: Ja… aaaaaber… mit Verspätung. Da gab es am Anfang eine kleine Durststrecke, die für mich erst nach etwa 100 Seiten ein erfreuliches Ende fand. Flo und ihre Maus haben mich ernsthaft auf die Folter gespannt. Da fehlte (Achtung Wortspiel!) etwas Salz. Schließlich aber packte mich der Flo-Flow.